Leitbild
Schaffung einer ufernahen und durchgängigen Uferpromenade an
der Fulda als Vorhaben zur Revitalisierung und Aufwertung der Kasseler
Innenstadt und der flussnahen Bereiche. Entwicklung des Kasseler Kunstparcours
an der Fulda, Kunst im öffentlichen Raum, Orte für Musik-,
Theaterveranstaltungen und Performances. Schrittweise Umsetzung des
Vorhabens (Patchwork) in Kooperation mit allen an der Fulda platzierten
und engagierten Privatleuten, öffentlichen Institutionen, Verbänden und
Vereinen. Ziel:Bündelung aller gesellschaftlichen und privaten
Kräfte innerhalb einer identitätsstiftenden „Kasseler Bürgerbewegung“
vergleichbar etwa zur Aktion Herkules.
 Hintergrund
Kassel verdankt seine Existenz dem Fluß, genauer gesagt, der Furt und
den schützenden Erhebungen darüber, wo über viele Jahrhunderte
Befestigungsanlagen und das Kasseler Schloss standen. Das Rondell,
direkt an der Fulda, als bauliches Überbleibsel der Befestigungen,
zeigt anschaulich, warum gerade hier die Stadt am Fluss entstand. Sie
brauchte den Fluss als Handelsweg, als Verteidigungs- und
Versorgungslinie. Über die Jahrhunderte war diese Einsicht notwendiger
Ankerpunkt im Bewusstsein seiner Bewohner. Mit der Erschließung neuer
Handelswege, der Entwicklung neuer Techniken, der Strassen und
Schienenstränge verlor der Fluß an Bedeutung und mit der nahezu
vollständigen Zerstörung der Stadt im Jahr 1943 verloren seine Bewohner
das Bewusstsein für den prägenden Charakter der Flusslandschaft in der
Stadt und der ihr innewohnenden städtebaulichen
Entwicklungsmöglichkeiten. Der Fluß wurde weitgehend als
kostenträchtiges Verkehrshindernis wahrgenommen.
In den 80-iger Jahren setzte ein Umdenken ein.
Neben der Stärkung des Auedamms als zwischen Bundesgartenschaugelände
und der Karlsaue gelegenes, zentrumnahes Erholungsgebiet, entstand mit
der „Wiederbegründung der Unterneustadt“ ein neues Quartier am Fluss.
Kassel, die Stadtgesellschaft, entdeckte seine ausgesprochen reizvolle
Lage am Fluss neu.
Aufgabe von StadtLeben am Fluss
Der
Beitrag will als Beteiligungsprojekt im Gespräch mit allen
Interessierten und Beteiligten die Flusspromenade revitalisieren, wo
sie im Verborgenen ruht und dort weiter entwickeln, wo Lücken zu
schließen sind.
Der Weg zum StadtLeben am Fluss
Eine
Reihe von Uferspaziergängen, von Bürgertreffen im Willi-Seidel-Haus,
haben die Wegebeziehungen an der Fulda wieder in den Blickpunkt des
öffentlichen Interesses gerückt. Die Bewohner der Stadt, die Vereine am
Wasser und die öffentlichen Institutionen, Parteien und die Verwaltung
der Stadt sind eingeladen, sich zu beteiligen.
Das Ziel von StadtLeben am Fluss
Aktuell
gibt es eine Reihe von kurzfristig wirksamen Maßnahmen, die den
Uferweg, bzw. die Fuldapromenade weiterentwickeln würden. Weitere
mittel- und langfristige Maßnahmen sind über die Bürgerbeteiligung
wieder in der Diskussion, wie etwa ein Flussbad, die Fuß/Radbrücke
zwischen Wallstraße auf der einen Flussseite und dem
Polizeiverwaltungsgebäude/Karlshospital auf der anderen, wie die
Entwicklungsmöglichkeiten der Ruine des Karlshospitals selbst.
Der Kunstparcours mit StadtLeben am Fluss
Kassel
entwickelt sich weiter als Stadt der Kunst. Die „Spitzhacke“ von Claas
Oldenburg auf der Regattawiese an der Fulda nahe der Orangerie, Der
„Blue Dancer“ von Kasuo Katase über der Fulda, Die „Zöllner“ von Otto
Fischer im Zollmauerpark; Kunst im öffentlichen Raum. Hier gilt es
weitere Schritte zu tun zu einem Kunstparcours am Fluss,
um dem Ziel einer durchgehend attraktiven und unverwechselbaren
Uferpromenade beidseits der Fulda näher zu kommen. Hier kann Kassel
sein Profil als Stadt der Künste schärfen. Der Besucher des Fuldaufers
flaniert am Wasser, oder ufernah von einem Standort zum nächsten. Über
die Distanz erschließt sich der Kasseler Kunstparcours.
Welcher Stadt in Deutschland, wenn nicht der Dokumentastadt Kassel,
stünde dieser Kunstparcours besser an. Sollten die städtischen Gremien
den herausragenden Stellenwert des Projektes erkennen, so werden sie
diesen Entwicklungsprozeß fördernd begleiten, bzw. sie schaffen die
planerischen Voraussetzungen und treiben die Umsetzung so zeitnah
voran, dass das Ziel, im Jahr 2006 erstmals die Uferpromenaden als
durchgehenden Weg beidseits der Fulda ausweisen zu können erreicht
wird, und bis 2010 eine schlüssige bauliche und künstlerisch
qualitätvolle Kasseler Kunstpromenade am Fuldaufer realisiert ist.
StadtLeben am Fluss
entwickelt die Uferpromenade als Beitrag zur Stadtentwicklung, wie zur
weiteren Stärkung des Kunststandortes Kassel. Alle Bürger und
Bürgerinnen Kassels, alle Freunde und Förderer der Stadt sind
eingeladen und aufgerufen, diese Entwicklung gemeinsam voranzutreiben.
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